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Am Anfang schuf Pilz die grobe Raumaufteilung von seiner neuen Firma HVG-Industries. Das heißt, er hat einige dazu fähigen Leute damit beauftragt und ihnen hin und wieder über die Schulter geschaut. Und das heißt, dass er ein paar Freiwilligen des nahestehenden Dorfes einige Hundert-Dollar Noten in die Hand gedrückt hat damit sie "Irgendwas büroartiges" in 666 Metern Tiefe aufbauen.

Die zweite Sache, die er schuf, waren seine beiden Büros. Er wusste nicht, welches klischeehafte Büro zu seiner Firma und ihm als deren Leiter passen würde, weshalb er zwei Pläne anfertigen ließ, und beide umsetzte. Eins seiner Büros ist ein kleines gemütliches Studierstübchen, welches etwas größer ist als eine Abstellkammer. Sie beinhaltet einen teuren Mahagonitisch, welcher sich unter dem Gewicht von hoch gestapelten Papieren biegt, ein altes Bücherregal voller irrlevanten, alten und abgewetzten Büchern, die man für 10 bis 20 Euro auf ebay-Kleinanzeigen vertickern kann und ein renaissanceiges Bildnis von einem Apfel. Das andere ist verdammt groß und äußerst monochrom und beinhaltet nichts weiter als einen modernen grauen und vorallem leeren Schreibtisch in der Mitte und eine moderne, nie genutzte Papiertonne gleich daneben. Außerdem das comichaft überdimensionale Firmenlogo an der Wand hinter dem Schreibtisch, aber das ist nur eine Nebensächlichkeit.

Pilz sitzt in dem ersten Büro und hat sich über irgendwelche wichtigen Unterlagen auf seinem Tisch gebeugt. Ihm gegenüber sitzen zwei nervöse Praktikanten, die sich fragen, was das denn für Pillen sind, welche sie regelmäßig und vorallem vor jedem Besuch bei Pilz einnehmen mussten.

Schließlich denken sie, dass es an der Zeit wäre, etwas zu sagen, nur machen sie nicht untereinander aus, wer die Stille denn nun brechen soll, weshalb sie beide gleichzeitig versuchen etwas sinnvolles von sich zu geben.

<<Äh, ähm, he, Sir, wa->>, sagt der Brillenträger.

<<Also, ich würde schon ge->>, beginnt der Kontaktlinsenträger.

Beide erröten und halten es für geraten, ruhig zu bleiben.

Einige Augenblicke später hebt Pilz den Kopf und fängt an zu sprechen: <<Wie fühlt ihr euch denn so?>>

Der Brillenträger kratzt sich am Hinterkopf und antwortet etwas verwirrt: <<Na, es geht mir eigentlich ganz gut. Bin nur etwas durstig, hab' seit einigen Stunden nichts getrunken, aber sonst, ja, ganz nett.>>

Der Kontaktlinsenträger fällt in Ohnmacht.

<<Wieviele Pillen hat er denn genommen?>>, fragt Pilz interessiert während er neugierig auf den Kontaklinsenträger guckt.

<<Keine Ahnung, Sir.>>

<<Schade.>>, Pilz sieht auf, <<Wie du vielleicht mitbekommen hast wird heute unser erstes HVG in seine Zelle gebracht, ein feierlicher Moment, wie ich finde. Und ich möchte, dass du zur Feier des Tages eine kleine Party schmeißt, am Besten auf dem Hauptplatz.>>

<<Aber Sir, wir haben doch schon zwei HV->>

Pilz unterbricht ihn eisig: <<Wir werden weder über Güntha, noch über den bedauernswerten spizohrigen Dementen reden.>>

<<Schön, dann halt nicht. Aber ich muss Euch widersprechen was den Platz für die Party betrifft! Dort sind viel zu viele Schlaglöcher, die Decke ist nicht gesichert und überall liegen offene und abrupt endende Elektroleitungen rum! Außerdem arbeiten dort momentan die Eingeborenen!>>

<<Ich verstehe nicht, was du mir mitteilen willst. Die Kabel kann man doch zur Seite schieben und an die Decke kommt man sowieso nicht ran, weshalb ihr euch überhaupt keine Sorgen brauchen müsst, dass ihr sie kaputtmacht. Aber die Schlaglöcher sind wirklich hässlich, da kann man nichts gegen machen.>>

Der Brillenträger holt tief Luft, wird aber von Pilz unterbochen: <<Und was die Bauarbeiter angeht bist du jetzt wirklich unfreundlich. Stell dir mal vor, wie sie sich fühlen müssen, so ganz alleine während sie Wasserleitungen legen oder Stützbalken aufstellen oder weißderteufelsonstwastun, sie brauchen ja geradezu etwas Abwechslung! Jetzt geh bitte, du musst noch eine Party organisieren. Im Dorf gibt es noch einen Walmart, da kannst du diese lustigen Papierhütchen kaufen.>>

Nachdem der Brillenträger den Raum verlassen hat guckt Pilz aus dir Tür und winkt einen Praktikanten mit einem Monokel zu sich und bittet ihn, den Kontaktlinsenträger zum Krankenzimmer zu bringen (dieses ist allerdings noch nicht fertig ausgebaut und schneidet sich mit einem unterirdischen Fluss, was zwar den Vorteil hat, dass man dort direkt Abfälle entsorgen und Instrumente waschen kann, aber den Nachteil, dass dadurch ein Großteil der unfertigen HVG-Industries Anlage unter Wasser steht). Als das erledigt ist setzt sich Pilz schwerfällig auf seinen Vintage-Ledersessel und seufzt. Er beschäftigt sich eine Weile damit, die Papiere so zu ordnen, dass alles noch unordentlicher und klischeehafter wirkt, hört aber recht schnell damit auf. Er seufzt ein weiteres Mal und holt ein kleines Halsband aus seiner Hosentasche hervor und betrachtet es. Es ist kein wirklich schönes Halsband, und hat einen wirklich langweiligen Anhänger dranhängen. Der Anhänger sieht aber sehr misplatziert aus, da Anhänger normalerweise an etwas drangehängt werden, dieses Exempmar jedoch so aussieht, als würde man es ganz unten in seiner Tasche platzieren, um es dann 3 Jahre später wiederzufinden und gelangweilt wegzuwerfen. Der Anhänger ist ein kleines, silbernes Dreieck und hat keine besonderen äußerlichen Merkmale. Wenn man es eingehender betracht kann man sogar erkennen, dass es nicht gleichseitig und nichtmal gleichschenklig ist, was einen dazu führt sich selbst in Frage zu stellen und sich zu wundern, warum und wie man dieses Dreieck erhalten hat.

Pilz aber mag das Design. Es war nichts offizielles und nichts prunkvolles, und vorallem nichts was einen Uneingweihten dazu verleiten würde zu denken, dass es eine Mitgliedschaft bei Ihnen symbolisiert.

Pilz sieht auf seine Armbanduhr. Er steckt das Halsband weg und macht sich auf den Weg zum Foyer, wo er 4 neue Praktikanten begrüßen muss. Er findet, dass das ziemlich anstrengend ist und er sich einen Sekräter zulegen muss. Oder besser, eine Sekretärin, eine junge wenn's möglich wäre, damit die sexuell frustrierten Nachwuchsstarbuckskassierer zu abgelenkt sind, sich überhaupt für den Leiter dieser Anstalt höchst respektablen Wissenschaftlichen Einrichtung zu interessieren.

Pilz stolpert über ein frei herumliegendes Elektrokabel und geht genervt weiter.

Gegen diese Dinger muss ich auch noch etwas tun, denkt er. Am Besten sollte ich die Arbeiter damit beauftragen, sie zu entfernen. Dadurch würde das ganze wenigstens etwas schöner und firmenartiger aussehen.

Er betritt den Raum. Er betrachtet die vom langen Flug und anstrengendem durch-den-Jungel-wandern ermüdeten Gestalten, die sich erhoffen hier einige wisschenschaftliche Dinge zu lernen, um bei ihren zukünftigen Arbeitgebern damit angeben zu können. Nachdem er sichergegangen ist, dass jeder von ihnen seine Pillen eingenommen hat fängt er an zu sprechen: <<Die Kaffeemaschine befindet sich in der Küche. Wer mir morgens zuerst einen Kaffee bringt, hinter dessen Namen mache ich einen Strich und wer drei Striche hat bekommt einen Gutschein für einen kostenlosen Kaffee. Und bitte verstopft nicht die Toiletten.>>

Einer der Praktikanten erleizt daraufhin einen Nervenzusammenbruch und musste in das örtliche Krankenhaus eingeliefert werden.

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