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Es ist wirklich immer das gleiche! Jede Geschichte über ihn und seine Artgenossen läuft nach demselben Schema ab! Von wem Ich rede? Na vom Slenderman, von wem denn sonst? Dem König, dem unangefochtenen Herrscher der Creepypasta-Kreaturen! Tja, aber wie jeder König hat auch er ein paar schmutzige Geheimnisse.

Wie die Geschichte normalerweise abläuft ist ja allgemein bekannt. Jemand geht in den Wald, hört schon auf 100 km bedrohlich die Äste knacken, sieht eine unheimliche Gestalt näher kommen und hält es für das Beste, mal hinzugeh‘n. Kurz darauf wird er vom Slenderman abgestochen, aufgeschlitzt, ausgeweidet, in Fetzen gerissen, erdrosselt, ausgepeitscht, kastriert, eingemauert oder ganz einfach gefressen! (Fragt mich nicht wie das geht!) Wahrscheinlich stand am Vortag noch in der Zeitung: „Slernderman im Wald, nicht in den Wald gehen!“

Meine Geschichte jedoch läuft anders ab! Im Gegensatz zu meinen Leidensgenossen, die sinnlos in den Wald gehen, nur um gekillt zu werden habe ich mich gezielt auf die Suche nach ihm, dem großen Slendy gemacht. Ich war schon immer sicher, dass er existiert aber niemand wollte mir glauben, also beschloss ich in den Wald zu gehen und ihn zu fotografieren. Ich wollte ein richtiges Foto, eins mit echter Beweiskraft. Nicht eins wie von diesen Idioten, die ein übernatürliches Wesen mit einem Betäubungspfeil außer Gefecht setzten und als Beweis den Pfeil mitnehmen!

Ich ging also bewaffnet mit einer Spiegelreflexkamera in den Wald, da ich wusste, dass ich ziemlich nahe an ihn ran musste, nahm ich auch einen Elektroschocker mit. Irgendwie musste der Slenderman seine Tentakel schließlich bewegen, oder? Sollte er also Nervenbahnen besitzen würde ein bisschen Elektrizität mir eine ordentliche Fluchtmöglichkeit verschaffen.

Im tiefen düsteren Unterholz begann ich auf jedes Geräusch, jedes Knacken, jedes noch so leise Rauschen zu achten. Mir war klar, dass ich eine gefährliche Expedition gewagt hatte. Wie ich so durch den Wald schlich, sah ich tatsächlich bald eine humanoide Gestalt in der Ferne vor mir. Ich sah durchs Objektiv meiner Kamera und zoomte um zu erkennen, ob dies mein Zielobjekt war und musste zu meiner Enttäuschung feststellen, dass es nicht der Slenderman war. Es trug zwar ebenfalls einen Anzug, hatte jedoch, soweit ich es durch das Objektiv erkennen konnte, schwarze Haare und schwarze Augen. Ich beschloss, dass es wohl am besten war, so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu erregen und so schlich ich auf Zehenspitzen weg und suchte weiter

Ich erreichte eine Lichtung und sah dort gleich mehrere dunkle Gestalten, also versteckte ich mich in einem Busch in deren Nähe. Durch die Nachtsichtfunktion meiner Kamera (Ja, die hatte sie, cool was?) konnte ich erkennen, dass es sich um den Rake, den Eyeless Jack, Jeff the Killer, einen Fernsehbildschirm in dem wohl Ben steckte und noch ein paar weitere Kreaturen handelte, nur der Slenderman war nicht zu sehen.

‚Das ist doch wohl n Witz!‘ Dachte ich und kroch so leise wie möglich von dieser Lichtung weg, immer darauf bedacht, kein Geräusch zu machen. Nachdem ich mich lautlos aufgerichtet hatte schlich ich Geräuschlos den Wald, mein Ziel nie aus dem Sinn verlierend. Dann endlich konnte ich ihn sehen.

Er stand einsam und alleine mitten im Wald, schon aus der Ferne erkannte ich ihn an seiner Größe und an seinen Tentakeln. Er bemerkte mich nicht, ich hatte mich tatsächlich leise genug bewegt. Ich sah durch die Kamera und merkte, dass ich ihn in Dreiviertel-Vorderansicht erwischen würde. Das Foto würde perfekt werden. Nachdem ich also gezoomt, scharfgestellt und justiert hatte, drückte ich den Auslöser und ein greller Blitz erhellte den ganzen Wald.

Verdammt! Daran hatte ich natürlich nicht gedacht. So hell wie dieser Blitz war, dürfte ihn sogar Eyeless Jack auf zehn Meilen gesehen haben! Aber wie sollte man nachts auch ohne Blitz ein gutes Foto machen?

Ich wollte mich schon umdrehen und rennen, wie ich noch nie im Leben gerannt bin, doch ich schaffte gerade noch eine Kehrtwende und schon sah ich, wie sich der große König in seiner ganzen Pracht vor mir aufrichtete. Er lachte, hätte er ein Gesicht, würde er jetzt wohl höhnisch grinsen.

„Du glaubst gar nicht, wie viele Leute schon versucht haben, was du gerade versuchst!“ sagte er „und niemand von euch Deppen kam jemals auf die Idee den Blitz auszuschalten, es ist schon fast Klischeehaft!“ dabei lachte noch lauter, dann streckte er seine Tentakel nach mir aus. Mir fiel der Elekrtoschocker ein, den ich in meiner Tasche hatte.

„Hey Slenderman, deine Mutter kauft Kleider von der Stange!!!“ rief ich ihm zu, nahm den Elektroschocker so schnell ich konnte heraus, schaltete ihn an und stach auf einen seiner Tentakel ein.

Es hatte eine Wirkung wie Dieter Bohlens Gesang. Der Slenderman zuckte und verkrampfte sich gequält, er schien also tatsächlich Nerven zu besitzen.

Ich drehte mich um und rannte, jedoch hatte ich keine zwei Schritte getan, als ich spürte, wie etwas Glitschiges meinen Knöchel umfing, anschließend wurde ich in die Luft gehoben und der Slenderman hielt mich vor sich. Dabei verlor ich meine Kamera, die der Slenderman gekonnt auffing und zerbrach.

„Das hättest du wohl gerne, was?“ Fragte er spöttisch, der Elektroschock war also bloß gespielt, so viel zu meiner Theorie. „Sag leb wohl, du Meisterfotograf!“ Er holte mit einem seiner Tentakel aus und ich stellte mich schon darauf ein gleich in drei Hälften geviertelt zu werden als ich in der Ferne Musik zu hören begann.

„Oh nein!“ flüsterte der Slenderman leise, seine Stimme klang entsetzt. Ich sah mich um und erkannte, obwohl ich umgedreht in der Luft hing, dass nun alle Kreaturen die ich auf der Lichtung gesehen hatte auf uns zukamen. Allen voran dieses andere Geschöpf mit Anzug, das ganz am Anfang vor mir auftauchte. Dieses Wesen sprach eine mir unbekannte Sprache, es war allerdings kein entmenschlichter Kauderwelsch sondern hörte sich eher nach einer Ostasiatischen Sprache an. In dieser Sprache rappte es zur Musik, die nirgendwo herzukommen schien, die anderen Kreaturen tanzten dazu.

Der Slenderman ließ mich fallen und als ich mich aufrichtete, konnte ich im schwachen Mondlicht erkennen, dass das Wesen einen blauen Anzug trug und dass das, was ich für schwarze Augen gehalten hatte in Wirklichkeit eine Sonnenbrille mit runden Gläsern war. Die Musik brach für einen kurzen Moment ab.

„OPPAN GANGNAM STYLE!!!“ rief das Wesen aus. Die Musik setzte wieder ein und alle anwesenden Kreaturen, mit Ausnahme des Slenderman, führten einen…nennen wir es mal „Tanz“ auf. Es war wohl eine Imitation von Reiten und Lassoschwingen, der Rest war geradezu unbeschreiblich. Die Kreaturen schienen mächtig Spaß zu haben, doch der Slenderman schlug die Tentakel vors Gesicht. Er schien sich in Grund und Boden zu schämen.

„Wer ist das?“ fragte ich unsicher. Der Slenderman drehte seinen Kopf in meine Richtung und sagte zutiefst gedemütigt: „Das? Das ist mein Cousin!“

Diese Verwandtschaft schien er wohl eher geheim halten zu wollen, denn er wandte sich zu den anderen Kreaturen: „So, jetzt wisst ihrs, zufrieden?“ Sie schienen in der Tat zufrieden zu sein, denn viele gaben sich trotz Tanzen alle Mühe nicht zu lachen. (Und glaubt mir, es ist ein Genuss, dabei zuzusehen, wie Jeff der Killer versucht, sich das Lachen zu verkneifen.)

„Was wird eigentlich aus mir?“ beschloss ich zu fragen, denn es hatte mit Sicherheit keinen Sinn, eine Hetzjagd mit all diesen Kreaturen zu riskieren. „Mit Dir? Verschwinde! Hau ab! Geh mir aus der Sicht!“ sagte der Slenderman niedergeschlagen, offenbar war ihm die Mordlust gründlich vergangen.

Auf diese Chance wollte ich nicht zweimal warten, ich drehte mich um und wollte gehen. „Hey!“ rief der Slenderman mir nach „aber behalte das alles für dich!“ „Natürlich!“ rief ich zurück „mir kannst du vertrauen! Ich verspreche, diese Geschichte nicht ins deutsche Trollpasta-Wiki hochzuladen!“ Ich grinste und fuhr fort: "Wenn diese Verwandtschaft rauskommen würde, würdest du ja total dein Gesicht verlieren!" Ich hörte noch wie eine der tanzenden Kreaturen "OH MEIN GOTT, war der scheiße!!!" rief, dann ging ich.

So hab ich es also geschafft, eine Begegnung mit dem Slenderman zu überleben, auch wenn ich das Foto nicht mehr habe. Man sollte allerdings nicht vergessen, welchem Umstand ich das verdanke, daher bitte ich jeden, der das hier liest, das Lied niemals verhallen zu lassen!

„OPPAN GANGNAM STYLE!!!“

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